Forschungsprojekt UNIVERSO TERME – Abano
Ermitage Hotel Bel Air, Abano Terme und Institut für „körperliche Betätigung, Gesundheit und sportliche Aktivität“, Mailander Universität August 2007 „akute und chronische Wirkung der Thermalbehandlung und physiologische Bewertung“.
Vorbemerkung.
Die Wirksamkeit der thermal-therapeutischen Behandlung mit Fangobädern bei der Verhütung und Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen des Muskelapparats ist schon durch zahlreiche wissenschaftliche Studien erwiesen worden und somit allgemein anerkannt und vom italienischen Gesundheitsministerium zertifiziert. Jedoch ist die Bewertung all jener Nebeneffekte, welche die Fango-Thermalbehandlung im menschlichen Organismus hervorrufen kann, von großem Interesse.
Die Studie dieser Effekte erlaubt es uns, unsere Therapiepläne letztlich weiterzuentwickeln und somit dem Kunden eine bessere Leistung anzubieten. Nachfolgend zeigen wir die Zusammenfassung der Forschungsaktivität der Mitglieder der Universität von Mailand, koordiniert von Prof. Veicsteinas, die im August 2007 in der Thermalanlage Ermitage stattgefunden hat.
Wie nachfolgend beschrieben, wurden im ersten der drei Jahre, die dem Projekt der fango-therapeutischen Studie gewidmet waren, interessante Zusammenhänge mit dem Herz-Kreislauf- und dem Stoffwechselsystem aufgezeigt:
Art der Thermalbehandlung.
Die Gesamtdauer der Behandlung umfasste zwei Zyklen. Im Konkreten sah die Behandlung für die Patienten folgendermaßen aus: Nüchtern oder nach einem leichten Frühstück begann für sie am Morgen die Therapie. Es folgten eine ärztliche Konsultation, eine 15-minütige Fangobehandlung, eine kurze Dusche mit Thermalwasser und unmittelbar danach ein 10-minütiges Bad in 37 Grad warmen Thermalwasser. Nach 15 Minuten Entspannung, auf dem Rücken liegend oder sitzend, wurden die Patienten für 15 Minuten einer Reaktionsmassage und abschließend erneut einer ärztlichen Untersuchung unterzogen.
Messvariablen.
Im Verlauf der Versuche wurden die folgenden Variablen gemessen (für jede wird eine knappe Beschreibung gegeben). Der Energieaufwand, das heißt die innerhalb eines gegebenen Zeitrahmens verbrauchten Kalorien, wurde mit der Methode des offenen Kreislaufs gemessen.
Vom Patienten wurde verlangt, Luft durch ein Mundstück und Ventile einzuatmen und in einen Zylinder, welcher die Luft in einen Ballon leitet, auszuatmen. Dort wurde die ausgeatmete Luft gesammelt und daraufhin analysiert. Von der Konzentration des Sauerstoffs und des Kohlendioxides in der ausgeatmeten Luft und der Bestimmung der innerhalb von einer Minute ausgeatmeten Menge an Luft wurde die Anzahl des konsumierten Sauerstoffs pro Minute, und somit der Energieverbrauch, berechnet.
Die Herzfrequenz, Anzahl der Schläge des Herzens pro Minute, wurde mit einem elektronischen Apparat kontinuierlich gemessen, welcher mit einem Aufnahmegerät ausgestattet war, welches ihnen eine sowohl sofortige als auch eine dauerhafte Visualisierung über den Computermonitor erlaubte. Der Blutdruck, maximal und minimal, wurde mit der Methode nach dem klinischen Standard gemessen (Methode von Riva Rocchi). Die Körpertemperatur wurde im Mund gemessen. Dabei wurde das Thermometer für 8 Minuten bei geschlossenem Mund unter der Zunge positioniert. Das Körpergewicht des Patienten wurde in Badekleidung auf einer tragbaren Präzisionswaage gemessen. Die Blutanalyse hat folgende Blutparameter miteinbezogen: Konzentration der roten und weißen Blutkörperchen und Plättchen und folgende blutchemische Parameter: Stickstoff, Blutzucker, Cholesterin und HDL, Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlor). Es wurde auch die Konzentration von Hämoglobin für eine Kontrolle von Diabetes Typ 2 bestimmt, potentiell den Patienten selbst unbekannt, wie sich häufig mit über 55 Jahren zeigt, und die Konzentration von Homocystein, jenem wichtigen Faktor für die Vorbeugung des Risikos einer Herzkranzgefäßerkrankung. Bzgl. dieser beiden letzten Parameter wiesen die Patienten normale Ergebnisse auf. Die Blutentnahme fand normgemäß am Morgen im nüchternen Zustand vor Beginn der Thermalbehandlung (Zeitpunkt 0) statt, nach einem Zyklus (Zeitpunkt 1, nach einer Behandlungswoche) und nach 2 Behandlungszyklen (Zeitpunkt 2, nach 2 Behandlungswochen).
Ergebnisse und Kommentar
Akute Schwankung (Zeitpunk 0)
Eines der Ziele des Projekts war es, die Schwankungen von einigen Herzkreislauf Parametern infolge der ersten Behandlung mit Fango- und mit Badetherapie zu untersuchen mit Bewertung der Schwankung von Körpergewicht und -temperatur.
Wie erwartet, hat die liegende Position und das Bedecken eines großen Teils des Körpers mit 40- 43 Grad C. heißem Thermalfango eine Reihe von signifikanten Anstiegen der Körpertemperatur und damit verbundene Anpassungen von Herz und Kreislauf mit sich gebracht.
Die Körpertemperatur der Patienten, die vor der Fangobehandlung bei einem Mittelwert zwischen 36.6- 36.8 Grad lag, ist sofort um 0.3 bis 0.6 Grad gestiegen (bis zu 37.2 Grad). Die Steigung ist ausschlaggebend für eine periphere Gefäßerweiterung mit einem Anstieg der Blutversorgung zu den verschiedenen Organen, im Besonderen der Muskeln. Daraus ergibt sich eine Verringerung des Arteriendrucks sowohl maximal als auch minimal (von 5- 10 mmHG) und daraus folgend der ausgleichende Anstieg der Herzfrequenz (Mittelwert bis 10 Schlägen pro Minute. Die Druckwerte, die am Ende der 15-minütigen Fangobehandlung gemessen wurden, sind letztlich in der nachfolgenden Periode der Eintauchphase in das Thermalbecken gesunken, wenn auch nur gering. Nach dem Bad hat sich der Patient im aufrechten Zustand abgetrocknet und sich der nachfolgenden Ruhephase zugewandt. In dieser kurzen Phase des Stehens kann man erneut feststellen, dass für einige Sekunden ein letztes Absinken von einigen mmHG des Drucks stattfindet, dann, aufgrund einer bekannten Ausgleichsreaktion der eingenommen Position, folgt ein schneller Anstieg des Drucks um 5- 15 mmHG. Immer aus demselben Grund erfährt die Herzfrequenz einen letzten schnellen vorläufigen Anstieg um 6- 15 Schläge pro Minute, in manchen Fällen 15 Schläge pro Minute, sodann sinken sie auf niedrigere Werte. Eine derartige Schwankung des Drucks und der Herzfrequenz hängt schließlich mit den physiologischen Schwankungen, denen der Patient auch bei normaler, alltäglicher Aktivität unterworfen ist, zusammen. Daher sollten sie keine Befürchtungen auslösen. Am Ende der alltäglichen Thermalbehandlung, also auch nach der Entspannungs- und Reaktionsmassagenphase, sinken die Herzfrequenz, der Arteriendruck und die Körpertemperatur auf gleichartige Werte wie vor der Thermalbehandlung. Während der Fangotherapie steigen die Lungenbelüftung und der Energieverbrauch moderat an (durchschnittlich ungefähr 10 Liter geatmete Luft pro Minute mit einem Sauerstoffkonsum von 250 ml pro Minute), schließlich sinken sie nach einigen Minuten wieder auf Werte wie vor der Fangotherapie. Eine posttherapeutische Senkung des Körpergewichts ist bei allen Patienten gut zu erkennen und schwankt zwischen 400 und 600 Gramm, wegen großes Schweißverbrauchs. In der folgenden Stunde steigt das Körpergewicht um einige hundert Gramm aufgrund der Wasseraufnahme, die oft nach der Behandlung folgt.
Zusammenfassung.
Diese Studie, welche in der Thermalanstalt „Ermitage“ in Abano Terme ausgeführt wurde, fügt sich in ein umfassenderes Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Institut für körperliche Betätigung, Gesundheit und sportliche Aktivität der Universität von Mailand ein. In dieser ersten Phase, in der gesunde Patienten mittleren bis fortgeschrittenen Alters untersucht wurden, setzte man sich das Ziel, die Angleichung bezüglich des Herzkreislaufs, des Stoffwechsels und einiger Blutwerte bei den in dieser Anstalt gewöhnlich angebotenen Thermalbehandlungen zu analysieren.
Die tägliche Behandlung (einzelne, alltägliche Behandlung) beinhaltet eine Fangotherapie (15 Minuten), eine Badetherapie (10 Minuten), eine Entspannungsphase (15 Minuten) und eine Reaktionsmassage (15 Minuten).
Mit Ausnahme der Blutparameter wurde die Bewertung im Rahmen der ersten Sitzung der Thermalbehandlung und dann erneut nach ein und zwei Wochen vorgenommen. Dies geschah, um die akute Auswirkung auf den Organismus und die nach ein oder zwei Behandlungszyklen folgende Anpassung festzustellen.
Es wurde von dem Patient keine Diät verlangt, weder qualitativ noch quantitativ.
Der Wertevergleich direkt vor und nach der Fango-Badetherapie zeigt: Das Körpergewicht ist durchschnittlich um ca. 500 Gramm zum Zeitpunkt 0 und um ca. 300 – 400 Gramm nach dem ersten und zweiten Behandlungszyklus gesunken. Der maximale und minimale Arteriendruck sinkt zwischen 10 und 15 mmHg am ersten Tag und weniger im weiteren Verlauf der Therapie. Die Herzfrequenz steigt um 5 – 15 Schläge pro Minute in den ersten Phasen und geringfügig weniger nach der ersten und zweiten Woche. Aufgrund der Behandlung ergibt sich ein geringer, unbeständiger Anstieg des Energieverbrauchs, der sich unabhängig von der Behandlungsdauer erweist. Bei den verschiedenen untersuchten Blutwerten bemerkt man ein äußerst bescheidenes Absinken des Cholesterinspiegels und eine bemerkenswerte Abnahme der Triglyzeride. Das heißt, dass sich trotz der geringen Gewichtszunahme eine leichte Verbesserung des Lipidbildes zu bestätigen scheint.
Schließlich kann man sagen, dass die Fangotherapie und die Badtherapie sowohl nach einer einzelnen Behandlung, als auch nach ein oder zwei Wochen eine Änderung des Herzkreislaufsystems von bescheidenem Umfang hervorrufen, die vom Körper sehr gut vertragen werden. Weitere Folgen sind bemerkenswertes Schwitzen mit Senkung des Körpergewichts während jeder einzelnen Behandlung und eine leichte Verbesserung des Lipidbildes im Blut. Das Körpergewicht zeigt nicht bedeutsame Schwankungen auch aufgrund der Diätfreiheit. Die Ziele der gegenwärtigen Untersuchung umfassen keine Bewertung der Effektivität der Behandlung bezüglich Knochen-, Gelenk- oder Muskelkrankheiten.
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