Forschungsprojekt UNIVERSO TERME – Abano
Ermitage Hotel Bel Air, Abano Terme und das Institut für „körperliche Betätigung, Gesundheit und sportliche Aktivität“, Universität degli Studi di Milano Mai 2008 „Auswirkung der Thermalbehandlung auf den Wasser-Elektrolythaushalt: Physiologische Bewertung“

Einleitung
Das Wasser ist der fundamentale Bestandteil aller Lebewesen und macht mit Schwankungen bezüglich des Geschlechts und des Alters im Organismus eines erwachsenen Menschen 60-70% des Körpergewichts aus. Frei oder an andere Moleküle gebunden übernimmt das Wasser verschiedene biologische Funktionen, unter ihnen sind die wichtigsten: Die Teilnahme an der Verdauung, indem es den Durchgang und die Verflüssigung des Speisebreis erleichtert, damit die Nährstoffe im Ergebnis durch die Darmwand ins Blut und in die Lymphe befördert werden. Es ist das Mittel, in welchem die Stoffwechselreaktionen stattfinden. Das Blut, das ca. 92 % Wasser enthält, transportiert die Abfallprodukte von den Zellen zu den Ausscheidungsorganen: Nierengegend, Lunge, Haut. Es erlaubt den Übergang von Substanzen von den Zellen in die interzellulären und in die Gefäße und umgekehrt. Es fördert die Regulation der Körpertemperatur durch die Transpiration, das Schwitzen und durch die Abgabe von Wasserdampf über die Lunge.

Das organische Wasser ist in zwei große Teile unterteilt: Interzellulär, welcher ca. 50 % des Körpergewichts ausmacht und extrazellulär, welcher 20 % des Körpergewichts entspricht, von welchen 5% das Wasser im Blut und 15% Wasser in den Zwischenräumen ist.

In der Medizin weist der Begriff „Verhaltung“ auf die Schwierigkeit hin, aus dem Organismus eine feste, flüssige oder gasförmige Substanz zu entfernen, die normalerweise dazu bestimmt ist, ausgeschieden zu werden. Demnach versteht man unter der „Wasserverhaltung“ die Tendenz, Flüssigkeit im Organismus zu bewahren. Selten handelt es sich dabei um ein Problem der Veranlagung. Viel öfter hängt die Ursache von einem falschen Lebensstil ab, entweder durch einen Bewegungs- und entsprechenden Sportmangel, oder unausgewogener Ernährung. Wenn man dies korrigiert, kann man die Situation wesentlich verbessern. Die Effizienz des Venensystems spielt eine wichtige Rolle bei der Wasserverhaltung und beim Stillstand der unteren Gliedmaßen; denn, wenn die Venen ihre Widerstandskraft aufgrund verringerter Elastizität der Venenwände verlieren, haben die „Schwalbennest-Klappen“ (die, so genannt wegen ihrer Form, der Begünstigung des Venen-Rückflusses dienen) keine gute Widerstandsfähigkeit mehr. Ein Teil des Blutes staut sich in den Venen und fördert das Entweichen von Flüssigkeiten aus dem Inneren der Venen in die Zwischenräume, durch die Porosität der Kapillaren. So entsteht ein venöser Stillstand, oft lokalisiert in den kleineren Arterien und im Besonderen in den Knöcheln. Hieraus ergeben sich ein Gefühl von Schwere, Ödeme, schwere Beine, Muskelkrämpfe, Veränderungen der Pigmentierung der Haut und manchmal Schmerzen.
Zudem ruft die Wasserverhaltung in Zonen, die charakterisiert sind durch die Präsenz von fetthaltigen, hormonabhängigen Geweben, wie Oberschenkeln und Gesäßmuskeln, eine Krankheit der Unterhautfettgeweben hervor, bestimmt als ödematöse fasersklerotische Erkrankung der Unterhautfettgeweben oder auch hypodermatische Erkrankung, wenn sich das Problem noch im Anfangsstadium befindet. Im Allgemeinen ist dies jedoch unter dem einfacheren Namen Zellulite bekannt. Diese Störung zeigt sich mit offensichtlichen ästhetischen Schäden wenn sie nicht mit Beständigkeit behandelt wird. Hierzu zählt die „Orangenhaut“, auch „Matratze“ genannt, wenn besonders schlimme ästhetische Schäden entstanden sind. Aber abgesehen davon, dass sie nicht angenehm anzuschauen ist, kann die Zellulite auch beim Anfassen und Drücken Schmerz verursachen.
Vorangegangene Studien unserer Gruppe haben erwiesen, dass schon eine einzelne Anwendung der Fangobehandlung einen bemerkenswerten Flüssigkeitsverlust hervorruft, mit bemerkenswerter Senkung von Köpergewicht und Schwankung von Blutdruck. Solche Änderungen sind Anzeichen für einen Ausgleich von Körperwasser in den verschiedenen Bereichen, insbesondere im Hautbereich.

Ziel der Studie
Wenn man sich die Vorbemerkungen ansieht und die bemerkenswerte Verteilung der lokalen Wasserverhaltung im Speziellen in der weiblichen Bevölkerung beachtet, nimmt man an, dass die Thermalbehandlung Veränderungen der Wasserverhaltung hervorrufen könne, welche zu einem Gleichgewicht zwischen der Verteilung des Körperwassers und dem Wasser-Elektrolyt-Haushalt führen. Man beabsichtigt deshalb, die Auswirkung der Thermalbehandlung auf den Wasser-Elektrolyt-Haushalt des Organismus und die sich daraus ergebenden Effekte bezüglich der lokalen Wasserverhaltung zu untersuchen.

Protokoll der Stichprobe:
12 erwachsene, weibliche Patienten, gesund, mittleren Alters. Einverständis gegeben.
Vorgenommene Messungen:
Am Morgen, vor der Behandlung, nüchtern, mit entleerter Blase:
A) Sammlung von einzelnen Anamnesedaten
B) Klinische und körperliche Bewertung: Medizinische Kontrolle, Gewicht mit der Präzisionswaage, Statur, Arteriendruck, Hautfalten bei 12 Körperstellungen, Kreisumfang von Armen und Beinen.
C) BIA segmentale Multifrequenz, die sowohl TBW (total body water), als auch ECW und ICW (extra- und intrazelluläres Körperwasser) in den unterschiedlichen Körperbereichen
messen kann und
D) Blutanalyse bzgl. Cholesterin, HDL, Triglyceride

Die Messungen
(abgesehen von blutchemischen Werten) werden wiederholt am Ende der Thermalbehandlung am gleichen Tag ohne jegliche Flüssigkeitsaufnahme durch den Patienten.
In einzelnen Fällen wird die Bewertung auch während der einzelnen Fangobehandlung ausgeführt. Die maximale Pflege wird gesetzt, damit die Haut des Patienten perfekt und trocken ist.

Das Protokoll wird immer zur selben Uhrzeit für jeden Patienten ausgeführt.
Am ersten Tag der Behandlung
Am sechsten Tag der Behandlung (mit Blutabnahme)


 


 

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